Die 4,5 km lange und 1,5 km breite Insel Reichenau ist die größte der drei Bodenseeinseln. Sie ist seit 1838 durch einen Damm mit dem Festland verbunden. Auf der Insel leben etwa 3.500 Einwohner. Die Gesamtgemeinde Reichenau hat mit den zwei Ortsteilen auf dem Festland ca. 5.000 Einwohner. Wichtigster Wirtschaftsfaktor neben Tourismus, Fischerei und Weinbau ist der Gemüseanbau. Nahezu 18.000 Tonnen frisches Gemüse verlassen alljährlich die Insel, hauptsächlich Salate, Gurken und Tomaten.
Ein solcher Steckbrief kann nur unvollständig sein. Denn das kleine Inselreich mit all seinen Eigenheiten muss man erleben, erwandern und genau beobachten. Erst so lernt man die "Au", wie die Einheimischen sagen, richtig kennen. Wer die idyllischen Winkel, Naturschönheiten und Baudenkmale erkunden will, der setzt sich am besten aufs Fahrrad und nutzt das dichte Wegenetz oder macht einen Spaziergang auf dem Uferweg, der durch Schilfzonen und Gemüsefelder führt.
Fischerboote liegen am Ufer und draußen sieht man Surfer, die vor dem Campingplatz an der Westspitze eines der besten Reviere am Bodensee nutzen. Überhaupt: Das Freizeit- und speziell das Wassersportangebot ist groß. Neben dem Surfen kann man in Schulen das Tauchen und das Segeln lernen.
Verlassen wir das Ufer, treten etwas kräftiger in die Pedale und "erklimmen" wir die Hochwart. An den Hängen dieser höchsten Reichenauer Erhebung wächst ein ausgezeichneter Wein. Am Ende des Aufstiegs zu dem markanten einstigen Teehäuschen und heutigen Keramik-Atelier belohnt uns ein einmaliger Rundblick über See, Hegauberge, bis hin zu den Alpen. Die ganze Insel liegt einem jetzt zu Füßen: die Kirchen, die Gemüsefelder, die in der Sonne gleißenden Gewächshäuser und die Weinberge.
Längst versuchen die Gemüsebauern mit möglichst wenig chemischen Hilfsstoffen hochwertiges Gemüse anzubauen. Integriert nennt man diese Produktionsmethode. Den Gemüseschädlingen versucht man heute teilweise mit nützlichen Insekten den Garaus zu machen. Ein findiger Gärtner betreibt dafür eine spezielle Nützlingszucht.
Bild links: Münster St. Maria und Markus | Bild rechts: Basilika St. Georg
Doch es gibt auch noch andere Gründe, hier seinen Urlaub zu verbringen. Wohl selten irgendwo sind Kultur und große klösterliche Vergangenheit so gegenwärtig. Die weltberühmten romanischen Kirchenbauten mit der Basilika St. Georg und ihren ottonischen Wandmalereien, dem Münster St. Maria und Markus mit reicher Schatzkammer und der Kirche St. Peter und Paul sind bis heute viel besuchte Anlaufstätten geblieben.
Auch sonst spiegeln sich historisches Erbe und Brauchtum wieder. So hat die Reichenau drei Feiertage, die in keinem Kalender vermerkt sind. Dann ruht auf der Insel die Arbeit. Festgottesdienste, Bürgerwehrparade, Prozession und Konzerte bestimmen das Bild.
Wer mehr über die Reichenau und ihre Vergangenheit wissen will, sollte die Gebäude des MUSEUM REICHENAU besuchen. Außerdem lockt das historische Kräutergärtlein Abt Walahfrids innerhalb der Klostermauern. Nach all den Aktivitäten könnte ein Besuch im nahe gelegenen Winzerkeller nicht schaden. Dort gibt es den Reichenauer Wein, einen gar raren Tropfen, der sonst nur in den örtlichen Hotels und Gaststätten und natürlich beim traditionellen Wein- und Fischerfest ausgeschenkt wird.
Quelle Bild/Text: Tourist-Information Gemeinde Reichenau