Bildquelle: Foto: Öffentlichkeitsarbeit Lehenhof, „Lehenhof Deggenhausertal“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0, Ausschnitt)
Das Deggenhausertal ist eine der ländlichsten Gemeinden im Bodenseekreis: Mehrere kleine Weiler und Dörfer verteilen sich über ein sanft gewelltes Hügeltal im Hinterland des Sees, weit ab vom touristischen Trubel der Uferorte. Mit 62,15 Quadratkilometern zählt die Gemeinde flächenmäßig zu den größeren im Kreis, ist mit rund 4430 Einwohnern aber vergleichsweise dünn besiedelt.
Die sechs Ortsteile der heutigen Gemeinde blicken auf eine eigenständige, teils weit zurückreichende Geschichte zurück: Roggenbeuren wurde bereits 860 erstmals urkundlich erwähnt, Urnau 1094 — der Ort gelangte später in den Besitz des Klosters Salem —, Wittenhofen 1134 und Homberg 1191. Erst 1972 schlossen sich die sechs bis dahin selbstständigen Gemeinden Deggenhausen, Homberg, Roggenbeuren, Untersiggingen, Urnau und Wittenhofen im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform zur heutigen Gemeinde Deggenhausertal zusammen, die seither zum Bodenseekreis gehört. Bis heute prägen die verstreuten Ortsteile mit ihren zahlreichen Weilern das ländliche Erscheinungsbild der Gemeinde.
Wiesen, Wälder und ausgedehnte Streuobstbestände prägen das Landschaftsbild des Tals, durch das sich die Deggenhauser Aach schlängelt. Rund 96 Prozent der Gemeindefläche werden land- oder forstwirtschaftlich genutzt — ein Wert, der die tief verwurzelte bäuerliche Prägung des Tals unterstreicht und es angenehm von den belebten Städten direkt am Ufer abhebt.
Bildquelle: Foto: Edelmauswaldgeist, „Deggenhausertal“ auf Wikimedia Commons (CC0, Ausschnitt)
Mit 833 Metern ist der Höchsten die höchste Erhebung des Bodenseekreises und zugleich von Oberschwaben und Linzgau. Vom Aussichtsturm beim Berggasthof reicht der Blick bei guter Sicht über den rund 17 Kilometer entfernten Bodensee bis zu den Alpen in Österreich und der Schweiz, eine Panoramatafel erklärt die sichtbaren Gipfel. Am Berg beginnt zudem der schwäbisch-alemannische Mundartweg mit seinem Promipfad, auf dem rund 50 Fußabdrücke bekannter Persönlichkeiten in Beton verewigt sind.
In den sechs Ortsteilen verteilen sich insgesamt sieben Kirchen und fünf Kapellen, darunter die spätgotische Kirche St. Georg in Limpach mit Ausstattungsstücken aus der berühmten Ulmer Syrlin-Werkstatt — ein für ein so kleines Tal ungewöhnlich dichtes sakrales Erbe. Eine Besonderheit ist der Lehenhof bei Deggenhausen, eine 1964 gegründete Camphill-Dorfgemeinschaft, in der heute weit über 300 Menschen mit und ohne Assistenzbedarf zusammenleben, gemeinsam wirtschaften und arbeiten.
Ein mehr als 200 Kilometer umfassendes Netz an Rad- und Wanderwegen macht das Tal zu einem beliebten Ziel für Familien und alle, die aktive, naturnahe Urlaubstage verbringen möchten — darunter der anspruchsvolle Premiumwanderweg zum Höchsten, einer der längsten Bodensee-LandGänge. Mehrere Bauernhöfe in der Region bieten Einblicke in die Landwirtschaft und eigene Hofprodukte an, oft verbunden mit Übernachtungsmöglichkeiten auf dem Bauernhof. Der Bodensee selbst ist von den Ortsteilen des Deggenhausertals aus je nach Lage in wenigen Minuten mit dem Rad oder Auto erreichbar, sodass sich Naturerlebnis im Tal und Badetage am See gut kombinieren lassen.
Mehrere Bauernhöfe in der Region vermarkten ihre Produkte direkt — von Milch und Käse bis zu Obst aus den zahlreichen Streuobstwiesen. Bemerkenswert ist auch die Dichte an kleinen Brennereien im Tal, die aus dem Obst der Streuobstwiesen edle Obstbrände herstellen. Wer die ländliche Küche der Region kennenlernen möchte, findet im Deggenhausertal authentische Gasthäuser abseits des touristischen Trubels.
Die Gemeinde eignet sich besonders für Gäste, die einen ruhigen Standort mit direktem Zugang zur Natur suchen und dabei auf ein gutes Netz an Ferienwohnungen und Höfen im ländlichen Stil zurückgreifen möchten. Bekannt über die Region hinaus ist zudem die im Tal ansässige Sonett GmbH, eine Herstellerin ökologischer Wasch- und Reinigungsmittel. Seit 1992 pflegt Deggenhausertal außerdem eine Gemeindepartnerschaft mit dem ungarischen Császártöltés.
Im Frühling und Frühsommer zeigt sich das Tal in seiner ganzen Blütenpracht, während der Herbst mit der Obsternte und goldenen Laubfärbung eine ebenso reizvolle Reisezeit darstellt. Auch im Winter hat das Tal seinen Reiz, wenn verschneite Streuobstwiesen und stille Weiler eine ruhige Kulisse für kurze Winterspaziergänge bieten.
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