Salem liegt im Hinterland zwischen Bodensee und Höhenzügen und ist vor allem für sein prachtvolles Kloster bekannt, eines der bedeutendsten Klosterensembles Süddeutschlands.
Zisterziensermönche gründeten das Kloster Salem im Jahr 1137 in der damaligen Siedlung „Salemanneswilare". Bereits 1178 stellte Papst Alexander III. die Abtei unter den direkten Schutz des Heiligen Stuhls, was ihr weitgehende Unabhängigkeit sicherte, und 1595 erhielt sie sogar das Generalvikariat über alle Zisterzienserklöster im süddeutschen Raum — ein Ausdruck ihrer herausragenden Stellung. 1637 sicherte ein Vertrag mit dem Fürstenhaus Fürstenberg dem Kloster die volle Landeshoheit über sein Gebiet. Ein verheerendes Feuer zerstörte 1697 große Teile der Gebäude und zahlreiche Kunstschätze, sodass ein Wiederaufbau nötig wurde, der dem heutigen Erscheinungsbild seinen Stempel aufdrückte. Mit dem Reichsdeputationshauptschluss endete 1803 die über 650-jährige Klostergeschichte: Salem wurde säkularisiert, das Territorium fiel an Baden, und die Markgrafen von Baden übernahmen die Anlage als Residenz, die sie bis heute nutzen.
Das hochgotische Salemer Münster entstand zwischen 1285 und 1425 und beeindruckt bis heute mit seiner schlichten, lichtdurchfluteten Hallenarchitektur, die ganz im Sinne des strengen Zisterzienserordens auf Prunk verzichtet. Die prunkvollen Repräsentationsräume des angrenzenden Schlosses lassen sich im Rahmen von Führungen besichtigen und geben auf 17 Hektar ehemaligem Klosterareal Einblick in rund 700 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Zum Ensemble gehören außerdem ein historisches Brennerei- und Küfereimuseum, eine alte Schmiede und ein Weinkeller sowie das größte Feuerwehrmuseum Europas mit historischen Löschfahrzeugen und Gerätschaften. Der weitläufige Schlossgarten lädt zu einem Spaziergang durch die Anlage ein.
Bildquelle: Foto: CrazyD, „Salemer Münster“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0, Ausschnitt)
Gleich in der Nähe lockt der Affenberg Salem, den der elsässische Baron Gilbert de Turckheim 1976 mit einer Gründerpopulation von 164 Berberaffen aus zwei französischen Affenparks ins Leben rief. Heute leben rund 200 der eigentlich in Nordafrika beheimateten Affen auf einer fast 20 Hektar großen Waldfläche völlig frei und ohne Gitter — Besucher können sie auf angelegten Wegen aus nächster Nähe beobachten. Neben den Affen gehören ein Karpfenweiher, ein Damwild-Freigehege und eine Weißstorch-Aufzuchtstation zum Park, der seit seiner Gründung viel zur wissenschaftlichen Erforschung des Verhaltens von Berberaffen beigetragen hat und bis heute eines der beliebtesten Ausflugsziele der Region ist.
Im Ortsteil Mimmenhausen würdigt das Feuchtmayer-Museum den Barockbildhauer und Stuckateur Josef Anton Feuchtmayer (1696–1770), der einen Großteil seines Lebens in Salem verbrachte und mit seinen Arbeiten zahlreiche Kirchen der Bodenseeregion prägte. Die kleine Ausstellung gibt einen persönlichen Einblick in das Schaffen eines der bedeutendsten süddeutschen Barockkünstler.
Auf dem Klostergelände liegt zudem die Schule Schloss Salem, die der Reformpädagoge Kurt Hahn gemeinsam mit dem letzten deutschen Reichskanzler, Prinz Max von Baden, am 14. April 1920 gründete. Sie gilt bis heute als eine der renommiertesten Internatsschulen Deutschlands und prägt mit ihren Schülerinnen und Schülern auch das Ortsbild der Gemeinde mit.
Die Weinberge und sanften Hügel rund um Salem laden zu Wanderungen und Radtouren ein, während der Bodensee mit den Uferorten Meersburg und Überlingen von hier aus in kurzer Zeit erreichbar ist. Mehrere Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete wie der „Schwarze Graben" oder das Vogelschutzgebiet Salemer Klosterweiher prägen die elf Ortsteile der weitläufigen Gemeinde, die sich über eine Fläche von rund 63 Quadratkilometern erstreckt. Alljährlich am ersten Ferienwochenende der Sommerferien verwandelt das Schlossseefest mit Musik und einem stimmungsvollen Klang-Kunstfeuerwerk über dem Schlosssee die Anlage in eine der größten Open-Air-Veranstaltungen der Bodenseeregion.
Salem ist auch für seine bewegte Wirtschaftsgeschichte bekannt: 1749 gründete Abt Anselm II. Schwab hier mit einer klösterlichen Waisenkasse die vermutlich erste Sparkasse Deutschlands, aus der die heutige Sparkasse Salem-Heiligenberg hervorging. Seit 1901 ist die Gemeinde an die Bahnstrecke Stahringen–Friedrichshafen angeschlossen, mit stündlichen Verbindungen unter anderem nach Markdorf, Friedrichshafen, Überlingen und Radolfzell — ein praktischer Ausgangspunkt für Ausflüge in die ganze Region.
Blick auf den Schlosssee beim Kloster und Schloss Salem, einer der bedeutendsten Klosteranlagen am Bodensee.
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