Die ländlich geprägte Gemeinde liegt rund zwölf Kilometer vom Bodenseeufer entfernt im Hinterland zwischen Pfullendorf und Überlingen — ein Ort für alle, die echte Ruhe und ursprüngliche Natur abseits des Seeufers suchen.
Die heutige Gemeinde entstand am 1. Juli 1974 im Zuge der baden-württembergischen Gemeindereform durch den Zusammenschluss der bis dahin badischen Gemeinden Herdwangen und Großschönach mit dem hohenzollerischen Oberndorf. Seither bildet Herdwangen-Schönach eine gemeinsame Gemeinde im Landkreis Sigmaringen mit den drei Ortsteilen Herdwangen, Großschönach und Oberndorf.
Weite Wiesen, Wald und einzelne Weiler bestimmen das Landschaftsbild der Gemeinde im Linzgau. Der dörfliche Charakter und die geringe Bebauungsdichte sorgen für eine besonders erholsame Atmosphäre, wie man sie am belebten Seeufer selten findet. Eine geografische Besonderheit ist die Europäische Wasserscheide, die mitten durch die Gemeinde verläuft: Am Aftholderberg, unweit der Eulogiuskirche, trennt sich das Regenwasser in Richtung Rhein und Nordsee einerseits und Richtung Donau und Schwarzes Meer andererseits.
Zu den ältesten Bauwerken der Gemeinde zählen die Antoniuskirche mit einem Turm aus dem Jahr 1384 sowie die Wehrkirche St. Eulogius von 1824 auf dem gleichnamigen Berg, die einen weiten Blick über die Hügellandschaft bietet. Die Pfarrkirche St. Petrus und Paulus wurde 1808 erweitert, geht in ihrem Kern aber vermutlich schon auf das Jahr 1226 zurück, als erstmals ein Leutpriester in Herdwangen urkundlich erwähnt wurde. Auch das heutige Rathaus hat einen historischen Kern: Es geht auf ein 1770 vom Kloster Petershausen errichtetes Verwaltungsgebäude, das sogenannte Rentamt, zurück. Kunstinteressierte finden in der Kunsthalle Kleinschönach eine kleine, aber feine Ausstellungsfläche. Rund 700 Meter östlich von Großschönach liegt zudem die Burg Ramsberg mit der kleinen Kapelle St. Wendelin und einer historischen Einsiedelei — ein stilles Ausflugsziel abseits der Hauptorte der Gemeinde.
Zahlreiche Wander- und Radwege erschließen die sanfte Hügellandschaft rund um Herdwangen-Schönach und verbinden die Gemeinde mit den Nachbarorten im Linzgau. Beliebte Ziele für Wanderungen sind der Herdwanger Berg mit weitem Rundblick sowie der Tonpark bei Kleinschönach, ein in einer ehemaligen Tongrube angelegter Themenpark mit Teichen, Barfußpfad und Aussichtspunkt. Trotz der Lage im Hinterland sind die Ausflugsziele am Bodensee gut zu erreichen: Mit Auto oder Rad benötigt man von hier aus nur wenige Minuten bis Überlingen und die Uferorte am westlichen Bodensee.
Nur wenige Kilometer entfernt liegt mit dem Illmensee ein beliebter Badesee mit Campingplatz am Nordufer; die benachbarten Ruschweiler und Volzer Seen bilden zusammen mit dem Ruhestetter Ried, einem Lebensraum für seltene Pflanzen und Tiere, ein zusammenhängendes Landschaftsschutzgebiet. Diese kleinteilige Moor- und Seenlandschaft macht die Region zu einem lohnenden Ziel für naturinteressierte Wanderer.
Die Region pflegt bis heute lebendige Traditionen: Der alljährliche Eulogiusritt, eine Reiterprozession zu Ehren des Kirchenpatrons, sowie die schwäbisch-alemannische Fasnet mit ihren Umzügen und Bräuchen gehören zu den festen Terminen im Gemeindekalender.
Wichtigster Arbeitgeber der Gemeinde ist das Unternehmen PRINOTH, das 1996 unter dem Namen AHWI gegründet wurde und Maschinen zur Vegetationspflege sowie zur Minenräumung herstellt. Für sein Minenräumgerät MinenWolf wurde der Betrieb 2008 mit dem Innovationspreis Baden-Württemberg ausgezeichnet, was für einen ländlichen Ort dieser Größe bemerkenswert ist. Die Einwohnerzahl der Gemeinde ist seit dem Zusammenschluss kontinuierlich gewachsen: von rund 1.556 Einwohnern im Jahr 1961 auf mittlerweile über 3.400.
Die Landwirtschaft der Gemeinde liefert regionale Produkte, die in mehreren Gasthäusern der Umgebung auf den Tisch kommen — von deftiger oberschwäbischer Küche bis zu Produkten aus eigener Herstellung.
Das ganze Jahr über eignet sich die Gemeinde für einen ruhigen Aufenthalt: im Sommer als kühleres Gegenstück zu den wärmeren Uferorten, im Herbst und Winter für ausgedehnte Spaziergänge durch die stille Hügellandschaft.
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