Bodensee

Urlaub in Gaienhofen am Bodensee

Bildquelle: Foto: Rebeca.Diez, „Unterseeufer in Gaienhofen“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0, Ausschnitt)

Auf der Halbinsel Höri gelegen, war Gaienhofen zu Beginn des 20. Jahrhunderts Rückzugsort einer ganzen Künstlerkolonie und zählt bis heute zu den kulturell interessantesten Orten am Bodensee.

Hermann Hesse in Gaienhofen

Am bekanntesten ist die Zeit, die der spätere Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse in Gaienhofen verbrachte: 1904, im Jahr seiner Heirat mit Maria Bernoulli, bezog er hier zunächst gemietete Räume in einem einfachen Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert. 1907 ließ er sich nach eigenen Vorstellungen und mit dem Basler Architekten Hans Hindermann ein eigenes Wohnhaus im Stil der Reformarchitektur errichten, das er "Erlenloh" nannte und bis zu seinem Wegzug 1912 bewohnte. In diesen Jahren entstand unter anderem der Roman "Unterm Rad", der 1906 erschien, ebenso wie erste Fassungen der Erzählung "Gertrud", die Hesse 1910 veröffentlichte.

Hesse-Museum und Hesse-Haus

Das 2015 neu gestaltete Hesse-Museum im ehemaligen Bauernhaus sowie das originalgetreu eingerichtete Hesse-Haus "Erlenloh" zeigen persönliche Gegenstände, Erstausgaben und Fotografien aus dieser prägenden Schaffensphase des jungen Schriftstellers. Beide Häuser sind heute öffentlich zugänglich und geben einen anschaulichen Einblick in Hesses Alltag am Bodensee, lange bevor er mit Werken wie "Siddhartha" oder "Der Steppenwolf" Weltruhm erlangte.

Bildquelle: Foto: HJunghans, „Gaienhofen Hermann Hesse Haus (2)“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0, Ausschnitt)

Künstlerkolonie Höri

Hesse war bei weitem nicht der einzige Künstler, den es auf die Höri zog: Der Maler Otto Dix lebte und arbeitete ab 1936 in einem eigens errichteten Wohn- und Atelierhaus im Ortsteil Hemmenhofen, das heute als Museum Haus Dix vom Kunstmuseum Stuttgart betreut wird. Auch Maler wie Max Ackermann und Erich Heckel fanden auf der Halbinsel ihren Rückzugsort, sodass sich die Höri im 20. Jahrhundert zu einer der bedeutendsten Künstlerkolonien am Bodensee entwickelte — bis heute erinnern zahlreiche Ateliers und Galerien in Gaienhofen und den Nachbarorten an diese Tradition.

Ortsteile und Geschichte

Die heutige Gemeinde Gaienhofen entstand am 1. Oktober 1974 durch den Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Orte Gaienhofen, Hemmenhofen und Horn, zu dem bereits zuvor der Weiler Gundholzen gekommen war. Die Kirche St. Johann und Vitus im Ortsteil Horn geht in ihrem Kern auf das 12. Jahrhundert zurück und zählt zu den ältesten Bauwerken der Halbinsel. Noch weiter in die Vergangenheit reichen die jungsteinzeitlichen Pfahlbausiedlungen bei Hornstaad, die als Teil der UNESCO-Welterbestätte "Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen" geschützt sind und auf die Zeit zwischen etwa 3900 und 2700 vor Christus datiert werden.

Sehenswürdigkeiten und Ortsbild

Auch abseits der Hesse-Spuren lohnt ein Bummel durch den Ort mit seinen für die Höri typischen Rebbauernhäusern und dem kleinen Schloss Gaienhofen. Die Ortsteile Gaienhofen, Hemmenhofen und Horn liegen alle unmittelbar am Ufer des Untersees und haben sich trotz des Tourismus ihren dörflichen Charakter bewahrt.

Aktivitäten & Natur

Die abwechslungsreiche Landschaft der Halbinsel Höri mit ihren Streuobstwiesen, Rebhängen und dem ruhigen Ufer des Untersees lädt zu Spaziergängen, Radtouren und Wassersport gleichermaßen ein. Der kleine Hafen im Ortsteil Horn ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge auf dem See, etwa zur nahen Insel Reichenau oder mit der Höri-Fähre ins schweizerische Steckborn auf der gegenüberliegenden Uferseite. Der Bodensee-Radweg führt direkt durch den Ort und verbindet Gaienhofen mit den übrigen Orten der Halbinsel.

Kulinarik

Die Höri gilt als eine der fruchtbarsten Gegenden am Bodensee — Obstbau, Gemüseanbau und auch etwas Weinbau prägen die Landwirtschaft der Halbinsel. Mehrere Hofläden entlang der Straßen bieten Äpfel, Gemüse und weitere Produkte direkt zum Kauf an, und in den Dorfwirtschaften der Ortsteile finden sich regionale Gerichte aus diesen Zutaten.

Beste Reisezeit

Von Frühling bis Herbst lässt sich die Höri gut zu Fuß oder mit dem Rad erkunden, während das milde Klima am Untersee auch im Frühherbst noch angenehme Temperaturen zum Baden bietet.

Gut zu wissen

Die Gemeinde Gaienhofen zählt heute rund 3.300 Einwohner und trägt mit der Hermann-Hesse-Schule sowie dem evangelischen Gymnasium Schloss Gaienhofen den literarischen Namen bis in die Gegenwart weiter. Gemeindepartnerschaften mit dem französischen Saint-Georges-de-Didonne und dem ungarischen Balatonföldvár unterstreichen die weltoffene Tradition des einstigen Künstlerdorfs, das mit acht Wohnplätzen bis heute überschaubar und ländlich geblieben ist.

Live-Webcam

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Panoramablick über den Untersee von der Halbinsel Höri, mit Bootssteg im Vordergrund und dem gegenüberliegenden Ufer am Horizont.

Verfügbar in Gaienhofen

Ferienwohnungen, Hotels und Pensionen in Gaienhofen

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Hotels in Gaienhofen

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Häufige Fragen zu Gaienhofen

Welche Unterkünfte gibt es in Gaienhofen?

In Gaienhofen finden Sie Ferienwohnungen und Hotels. Sie buchen jeweils direkt beim Vermieter.

Fallen bei der Buchung in Gaienhofen Gebühren oder Provision an?

Nein. Das Gastgeberverzeichnis Bodensee vermittelt ohne Provision und ohne Buchungsgebühr: Sie fragen direkt beim Vermieter an.

Gibt es eine Webcam für Gaienhofen?

Ja, die Webcam Gaienhofen zeigt das aktuelle Live-Bild. Sie finden sie auf dieser Seite und unter Webcams am Bodensee.

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