Bodensee

Urlaub in Ravensburg am Bodensee

Die „Stadt der Türme" verdankt ihren Beinamen den zahlreichen gut erhaltenen Wehrtürmen und Torbauten, die bis heute die historische Altstadt prägen — ein eindrucksvolles Zeugnis der einstigen Bedeutung Ravensburgs als freie Reichsstadt.

Geschichte

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Ravensburg 1088, als die Welfen hier ihre Stammburg besaßen — die heutige Veitsburg oberhalb der Altstadt geht auf diese Zeit zurück. 1276 bestätigte König Rudolf I. der Stadt ihre reichsstädtischen Privilegien, und im 14. Jahrhundert wuchs die mittelalterliche Handelsstadt durch die Einbeziehung der Unterstadt deutlich über ihre ursprünglichen Grenzen hinaus. Nach der Reformation 1544 lebten Katholiken und Protestanten über Jahrhunderte als annähernd paritätische Stadt zusammen — ein in Reichsstädten seltenes Nebeneinander, das 1649 offiziell festgeschrieben wurde. Mit der Mediatisierung verlor Ravensburg 1803 seine Reichsunmittelbarkeit und kam 1810 an Württemberg. Weil die Stadt im Zweiten Weltkrieg kaum von Luftangriffen betroffen war, ist die historische Bausubstanz der Altstadt bis heute außergewöhnlich gut erhalten.

Die Stadt der Türme

Rund ein Dutzend Wehrtürme und Torbauten aus dem Mittelalter prägen bis heute das Stadtbild. Der Mehlsack, ein 51 Meter hoher weißgetünchter Rundturm, ist das bekannteste Wahrzeichen; der schlanke Blaserturm mit seinem charakteristischen Zwiebeldach wurde nach einem Brand 1552 in den Jahren 1553 bis 1556 erneuert. Am Grünen Turm mit seinen glasierten Dachziegeln und am Gemalten Turm mit seiner ornamentalen Fassadenbemalung lässt sich die einstige Pracht der Stadtbefestigung besonders gut ablesen. Der Marienplatz, einer der schönsten mittelalterlichen Stadtplätze Oberschwabens, wird von stattlichen Bürgerhäusern, dem Rathaus und dem ehemaligen Waaghaus gesäumt. Im Humpis-Quartier, einem 2009 eröffneten Ensemble historischer Bürgerhäuser, erzählt das Stadtmuseum die Geschichte Ravensburgs von den Anfängen bis in die Gegenwart.

Handelsstadt und Papiermacher

Im Spätmittelalter zählte Ravensburg dank der Großen Ravensburger Handelsgesellschaft zu den bedeutendsten Wirtschaftszentren Europas: Das Handelshaus unterhielt Niederlassungen in ganz Europa, bevor es um 1530 unterging. Parallel dazu entwickelte sich Ravensburg zu einem Zentrum der Papierherstellung — bereits 1393 ist eine erste Papiermühle nachweisbar, im 16. Jahrhundert erlebte das Gewerbe seine Blütezeit mit einer jährlichen Produktion von rund 9000 Ries Papier. Erst 1876 schloss die letzte der traditionsreichen Ravensburger Papiermühlen.

Ravensburger Spiele und Spieleland

Weltbekannt ist Ravensburg heute vor allem als Sitz des gleichnamigen Spiele- und Puzzleherstellers. Der Verleger Otto Maier gründete das Unternehmen bereits 1883 mit ersten Buchveröffentlichungen, ein Jahr später erschien mit „Reise um die Welt" das erste eigene Brettspiel. Im Jahr 1900 wurde die charakteristische Marke mit dem blauen Dreieck beim Kaiserlichen Patentamt eingetragen und ist bis heute weltweit ein Gütesiegel für Spiele und Puzzles. Die Erlebniswelt Ravensburger Spieleland südlich der Stadt zieht mit Achterbahnen und Themenbereichen Familien mit Kindern an und gehört zu den beliebtesten Freizeitparks der Region.

Kulinarik & Genuss

Die autofreie Altstadt Ravensburgs ist gesäumt von Cafés, Restaurants und traditionellen Wirtshäusern, die oberschwäbische Spezialitäten wie Maultaschen servieren — ein Bummel durch die Marktstraße mit ihren Fachwerkfassaden gehört für viele Besucher zum Pflichtprogramm. In der Umgebung, etwa auf der Burghalde, wird bis heute Wein angebaut; die dortige Burghaldentorkel, erstmals 1368 erwähnt, gilt als älteste Weinpresse Oberschwabens.

Rund um Ravensburg

Neben dem Ravensburger Spieleland lohnt auch ein Ausflug auf die Veitsburg, die Stammburg der Welfen oberhalb der Altstadt, die im 18. Jahrhundert zu einem kleinen Schlösschen umgestaltet wurde und heute mit ihrem Biergarten einen weiten Blick über die Stadt und bei klarer Sicht bis zu den Alpen bietet. Auch wenn Ravensburg selbst nicht direkt am See liegt, ist der Bodensee mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln in rund 20 Minuten erreichbar, ebenso wie das Allgäu und der Bregenzer Wald.

Gut zu wissen

Die gute Anbindung per Bahn macht Ravensburg zu einem praktischen Ausgangspunkt sowohl für Ausflüge an den Bodensee als auch ins Allgäu und nach Oberschwaben. Mit rund 50.000 Einwohnern ist Ravensburg die größte Stadt der Region und überschritt diese Marke erstmals im Jahr 2011. Alljährlich verwandelt das historische Rutenfest die Altstadt in ein großes Fest, bei dem Schüler und Vereine an die Reichsstadtzeit erinnern.

Verfügbar in Ravensburg

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