Meersburg zählt zu den meistbesuchten Städten am Bodensee — kein Wunder, thront doch mit der Alten Burg eine der ältesten bewohnten Burganlagen Deutschlands über der malerischen Altstadt.
Die Ursprünge der Alten Burg reichen der Überlieferung nach bis in die Merowingerzeit zurück, auch wenn die heutige Bausubstanz größtenteils jünger ist; urkundlich erwähnt wird der Ort erstmals 1071 als „Mersburg". Nach dem Aussterben der ansässigen Grafen 1210 blieb die Burg bis 1802 im Besitz der Konstanzer Bischöfe, die 1526 unter Bischof Hugo von Hohenlandenberg ihren Hof endgültig nach Meersburg verlegten. Das benachbarte, barocke Neue Schloss entstand ab 1710/1712 und diente den Fürstbischöfen von Konstanz bis 1750 als ständiger Wohnsitz; es zeigt bis heute prunkvoll ausgestattete Repräsentationsräume. Mit der Auflösung des Hochstifts Konstanz 1803 fiel Meersburg an Baden. Von 1865 bis 1937 war im Neuen Schloss zudem eine Taubstummenanstalt untergebracht, bevor sich die Stadt im Verlauf des 20. Jahrhunderts zunehmend dem Tourismus zuwandte.
Bekannt wurde die Alte Burg zudem als letzter Wohnsitz der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, die dort am 24. Mai 1848 starb. Zuvor hatte sie von 1843 bis 1848 das Fürstenhäusle besessen, ein kleines Rebhaus mitten in den Weinbergen oberhalb der Stadt. Seit 1957 vergibt Meersburg alle drei Jahre den nach ihr benannten Droste-Preis an deutschsprachige Schriftstellerinnen und Schriftsteller.
Die pittoreske Unterstadt direkt am Hafen mit ihren schiefen Fachwerkhäusern und engen Gassen ergibt zusammen mit den beiden Schlössern ein Ortsbild wie aus dem Bilderbuch. Burgtreppe, Rieschentreppe und die belebte Steigstraße überwinden die knapp 40 Höhenmeter zwischen Unter- und Oberstadt und laden mit zahlreichen Galerien, Weinstuben und Läden zum Bummeln ein.
Der Weinbau in Meersburg ist bereits seit 1324 urkundlich belegt und zählt bis heute zu den prägenden Wirtschaftszweigen der Stadt. Auf rund 120 Hektar Rebfläche, verteilt auf bekannte Lagen wie Chorherrnhalde, Fohrenberg, Haltnau und Lerchenberg, werden jährlich etwa eine Million Liter Wein erzeugt, vor allem Müller-Thurgau, Spätburgunder und Grauer Burgunder. Zahlreiche Weinstuben und Straußwirtschaften in und um Meersburg laden dazu ein, die Weine direkt bei den Winzern zu verkosten.
Das 1989 von Heinz Urban als Privatsammlung gegründete Zeppelin-Museum Meersburg zeigt auf mehreren Etagen rund 15.000 Exponate aus der Zeit des klassischen Luftschiffbaus zwischen 1900 und 1937 — von Bauteilen und Uniformen bis zu Speisekarten und Originaldokumenten, von denen etwa vier Fünftel technischer Natur sind, und ergänzt damit die Sammlung des größeren Zeppelin Museums in Friedrichshafen um viele persönliche und alltägliche Details der Luftschifffahrt.
Neben dem Wein sorgt auch die Küche der Region für Genuss: Restaurants in der Unterstadt servieren frischen Bodensee-Fisch, häufig mit Blick auf Hafen und See, während traditionelle Straußwirtschaften saisonale Gerichte zum selbst gekelterten Wein reichen.
Die Autofähre nach Konstanz, die tagsüber alle 15 Minuten und nachts stündlich verkehrt, gehört zu den meistbefahrenen am Bodensee und macht Meersburg zu einem praktischen Ausgangspunkt für Ausflüge auf beide Seeseiten. Spaziergänge durch die Weinberge mit Seeblick sowie die zahlreichen Aussichtspunkte entlang der Uferpromenade runden das Naturerlebnis ab.
Die Einwohnerzahl der Stadt ist über die Jahrhunderte stetig gewachsen: Lebten 1810 noch rund 1.300 Menschen in Meersburg, waren es 1931 gut 2.000 und heute knapp 6.000. Diesen Einwohnern stehen jedoch etwa eine Million Tagesausflügler pro Saison gegenüber, was Meersburg zu einem der touristisch am stärksten frequentierten Orte am See macht. Die Gesellschaft der 101 Bürger, eine traditionsreiche Bürgervereinigung, besteht bereits seit 1605, und zur alemannischen Fasnet ziehen bis heute der Schnabelgiere-Umzug sowie der seit 1900 bestehende Hemdglonker-Umzug durch die Gassen. Die malerische Kulisse der Stadt diente bereits für dutzende Spielfilme und zahlreiche Dokumentationen als Drehort.
Die Weinlese im Herbst sowie die Rebblüte im Frühsommer sind besonders stimmungsvolle Zeiten für einen Besuch, doch auch im Hochsommer lockt Meersburg mit seiner Lage direkt am Wasser und der kurzen Fährverbindung nach Konstanz.
Blick auf den Bodensee bei der historischen Stadt Meersburg.
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