Der Schweizer Hafenort blickt auf eine lange Tradition als Fähr- und Eisenbahnhafen zurück — noch heute verkehren von hier Autofähren nach Friedrichshafen, die zu den wichtigsten Querverbindungen über den See zählen.
Romanshorn wird erstmals in den Jahren 779/782 als „Rumanishorn" erwähnt, als eine Frau namens Waldrata ihren Besitz dem Kloster St. Gallen schenkte — der Ort gehört damit zu den alten Siedlungen am Bodensee. Über Jahrhunderte blieb Romanshorn ein bescheidenes Fischer- und Bauerndorf, bis der Bau des kantonalen Hafens 1840 bis 1844 und der Anschluss an die Eisenbahn den entscheidenden Wandel brachten: 1855 eröffnete die Bahnlinie Zürich–Romanshorn, wenig später folgten weitere Strecken der Nordostbahn, 1910 schließlich die Bodensee-Toggenburg-Bahn nach St. Gallen. Damit wurde Romanshorn zu einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Ostschweiz, an dem Reisende und Güter zwischen Bahn und Schiff umgeschlagen wurden.
Der Hafen von Romanshorn ist nach Wasserfläche der größte am ganzen Bodensee. Bereits ab 1832 legten hier Dampfschiffe an, und 1869 wurde ein Eisenbahntrajekt nach Lindau in Betrieb genommen, der 1945 um eine Autofähre erweitert wurde; der reine Bahntrajekt wurde 1976 eingestellt. Die bis heute betriebene Autofähre nach Friedrichshafen bleibt jedoch eine der wichtigsten Querverbindungen über den See und macht Romanshorn zu einem praktischen Bindeglied zwischen der Schweizer und der deutschen Bodenseeseite. Der historische Hafenbahnhof mit seiner markanten Architektur erinnert bis heute an die Blütezeit dieses kombinierten Bahn- und Schiffsverkehrs.
Der Leuchtturm von Romanshorn ist der einzige Schweizer Leuchtturm am Bodensee und ein beliebtes Fotomotiv am Hafen. Auch die Alte paritätische Kirche mit Wurzeln im 10. Jahrhundert und Fresken aus dem 14. Jahrhundert sowie die beiden repräsentativen Kirchenbauten aus der Zeit um 1911 bis 1913 zeugen von der langen Siedlungsgeschichte des Ortes. Im ehemaligen Zollhaus ist heute ein kleines lokalgeschichtliches Museum untergebracht, während das Kornhaus, einst Lagerhalle des 19. Jahrhunderts, seit einer Umnutzung 2020 zu einem lebendigen Treffpunkt geworden ist. Eisenbahnfans kommen im Locorama auf ihre Kosten, einer Erlebniswelt rund um die Geschichte der Schweizer Eisenbahn direkt beim Bahnhof, während die private Sammlung Autobau seit 2009 klassische Sport- und Rennwagen zeigt. Wer es gerne hoch hinaus mag, findet in den 2024 fertiggestellten Aussichtstürmen „Robins Horn" einen neuen Blickpunkt über See und Stadt.
Die Lage bietet das Beste aus zwei Welten: den Bodensee direkt vor der Tür und den markanten Säntis im Rücken, der bei klarer Sicht das Alpenpanorama über der Stadt bestimmt. Die weitläufige Uferpromenade mit Park lädt zum Spazieren und Verweilen ein, während der Hafen selbst mit Cafés und Restaurants zum Verweilen einlädt. Auch Ausflüge mit dem Fahrrad entlang des Bodensee-Radwegs sind von Romanshorn aus in beide Richtungen des Ufers gut möglich. Im Hinterland der Stadt liegt zudem einer der größten zusammenhängenden Wälder der Region, der für seine vorbildliche Bewirtschaftung mit dem renommierten Binding-Preis ausgezeichnet wurde.
Mehrere Restaurants am Hafen von Romanshorn servieren frischen Bodensee-Fisch mit Blick auf den See, während die umliegende Landschaft auch für Obstbau genutzt wird. Alljährlich im Juni verwandelt das Nationenfest, das es bereits seit 1999 gibt, den Hafen in einen kulinarischen Treffpunkt, bei dem Vereine unterschiedlichster Herkunft ihre landestypischen Spezialitäten anbieten.
Von Frühling bis Herbst ist die Fährverbindung nach Friedrichshafen eine beliebte Möglichkeit für einen Tagesausflug auf die deutsche Seeseite, während die Uferpromenade das ganze Jahr über zum Spazieren einlädt. Mit milden Sommern um 19 Grad im Mittel und vergleichsweise wenigen Eistagen zählt die Region klimatisch zu den angenehmeren am See.
Der Bahnhof Romanshorn ist ein wichtiger Knotenpunkt im Schweizer Bahnnetz, was die Stadt zusätzlich zu einem praktischen Ausgangspunkt für Ausflüge ohne eigenes Auto macht. Mit rund 12.000 Einwohnern ist Romanshorn die größte Stadt am Thurgauer Bodenseeufer.
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