Bildquelle: Foto: Andreas Praefcke, „Kisslegg Ortsmitte“ auf Wikimedia Commons (CC BY 3.0, Ausschnitt)
Kißlegg (auch Kisslegg geschrieben) liegt im Übergangsbereich zwischen Allgäu und Bodenseeregion und verbindet damit gleich zwei unterschiedliche Urlaubswelten in einem einzigen Aufenthalt.
Die Ursprünge Kißlegg gehen auf eine Zelle namens "Ratpotiscella" zurück, die bereits 824 erstmals urkundlich erwähnt wurde und sich am Ufer des Zeller Sees zu einer Siedlung entwickelte. Über Jahrhunderte gehörte der Ort zum Herrschaftsbereich verschiedener Adelsfamilien, bevor er unter die Grafen und späteren Fürsten von Waldburg-Wolfegg fiel, die das Ortsbild bis heute mit ihrem Schlossbesitz prägen.
Das prachtvolle Schloss Kißlegg besteht aus zwei benachbarten Anlagen: dem Alten Schloss, das zwischen 1560 und 1570 unter Hans Ulrich von Schellenberg im Renaissancestil errichtet und mit Fresken von 1580 sowie barocken Innenräumen aus den Jahren 1717 bis 1721 ausgestattet wurde, und dem Neuen Schloss, das der Architekt Johann Georg Fischer zwischen 1721 und 1727 im Auftrag der Familie Waldburg-Wolfegg erbaute. Acht lebensgroße Sibyllenfiguren zieren die Fassade des Neuen Schlosses, dessen Barockpark heute für kulturelle Veranstaltungen genutzt wird. Diese ungewöhnliche Doppelanlage zählt zu den bedeutendsten Schlossanlagen der Region und liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.
Bildquelle: Foto: Franzfoto, „Kißlegg - Zellersee mit Kirche, Altes Schloss“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0, Ausschnitt)
Mehrere kleine Seen prägen die Umgebung: Der unter Naturschutz stehende Zeller See mit einer Fläche von rund 26 Hektar sowie der Obersee laden zum Baden, Angeln und Verweilen ein. Die für das Allgäu typische hügelige Landschaft, durch die auch die Europäische Wasserscheide verläuft, ist ideal zum Wandern und Radfahren. Der Bodensee selbst ist von Kißlegg aus in gut einer halben Stunde erreichbar, sodass sich ein Aufenthalt hier gut mit Tagesausflügen an den See verbinden lässt.
Der historische Ortskern rund um das Schloss lädt mit seinen Fachwerkhäusern zu einem entspannten Bummel ein. Kißlegg trägt seit Jahrzehnten die Anerkennung als Luftkurort, was die gesunde Höhenlage im Kißlegger Seenplatte und das milde Reizklima der Region unterstreicht. Aufgrund seiner bewegten Geschichte verfügt der Ort über eine für seine Größe bemerkenswerte Dichte an kunsthistorischen Sehenswürdigkeiten: Rund 32 Kapellen, zwei Schlösser und die barocke Pfarrkirche St. Gallus und Ulrich mit einem sagenumwobenen Augsburger Silberschatz verteilen sich über Kißlegg und seine Ortsteile Immenried und Waltershofen.
Auf dem Rathausplatz findet jeden Samstag der Kißlegger Wochenmarkt statt, im Advent verwandelt sich das Neue Schloss in einen weit über die Gemeindegrenzen hinaus bekannten Weihnachtsmarkt. Anfang Juli laden Flohmarkt sowie Schloss- und Straßenfest zu einem geselligen Wochenende ein, und am Obersee sorgen wechselnde Kunstausstellungen sowie Konzerte auf der Seebühne für kulturelle Abwechslung — nicht zuletzt dank der Lage zwischen Wäldern, Wiesen und Mooren in unmittelbarer Nähe zu Alpen und Bodensee, die Kißlegg sein besonderes Reizklima und den Ruf als Kneipp- und Luftkurort verleiht.
Wer sowohl die hügelige Allgäu-Landschaft mit ihren Seen als auch den Bodensee selbst erleben möchte, findet in Kißlegg einen guten Ausgangspunkt, der beide Regionen miteinander verbindet. Im benachbarten Wolfegg lohnt zudem ein Abstecher ins Bauernhaus-Museum Allgäu-Oberschwaben mit 16 historischen Gebäuden sowie ins dortige Automuseum, während das kleine Heimatmuseum in Kißlegg selbst Einblicke in die Ortsgeschichte gibt.
Die Allgäuer Küche mit ihren deftigen Spezialitäten prägt die Gasthäuser rund um Kißlegg. Zur lokalen Wirtschaft gehören auch die traditionsreiche Edelweißbrauerei Oskar Farny sowie ein Betrieb zur Mineralwasserabfüllung, während rund um die Seen auch etwas Fischerei betrieben wird.
Im Sommer laden die Seen der Umgebung zum Baden ein, während Kißlegg im Frühling und Herbst mit seiner hügeligen Landschaft ideale Bedingungen für Wanderungen und Radtouren bietet.
Der Bahnhof Kißlegg liegt seit 1870 an der Bahnstrecke zwischen Herbertingen und Isny, die den Ort mit dem Bodensee und dem Allgäu verbindet und Ausflüge in beide Richtungen auch ohne Auto ermöglicht.
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