Bildquelle: Foto: Andreas Praefcke, „Oberteuringen“ auf Wikimedia Commons (CC BY 3.0, Ausschnitt)
Oberteuringen liegt inmitten ausgedehnter Obstplantagen, einem der Markenzeichen der Bodenseelandschaft — im Frühling verwandeln blühende Apfelbäume die Umgebung des Orts in ein weithin sichtbares Blütenmeer.
Erstmals urkundlich erwähnt wird der Ort 752 in einer Schenkungsurkunde an das Kloster St. Gallen, damals noch unter dem alemannischen Namen „Duringa", aus dem sich über die Zwischenform „Turinga" der heutige Ortsname entwickelte. Erste Spuren einer Besiedlung reichen bis ins 5. Jahrhundert zurück, als sich hier Alemannen niederließen. Bis 1413 gehörte der Ort zum Besitz des Klosters Konstanz, danach zur Reichsstadt Ravensburg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Oberteuringen 1646 weitgehend zerstört, die Einwohnerzahl ging in der Folge deutlich zurück. 1805 kam der Ort im Zuge der napoleonischen Neuordnung an Württemberg, eigenständig als Gemeinde wurde Oberteuringen 1823, nachdem es zuvor mit dem Nachbarort Ettenkirch verbunden war; seit der Kreisreform 1973 gehört der Ort zum Bodenseekreis.
Der ruhige Ort im Hinterland zwischen Bodensee und Ravensburg, etwa acht Kilometer nördlich des Sees zwischen Friedrichshafen und Markdorf gelegen, eignet sich gut als Standort für alle, die die ländliche Seite der Region abseits der belebten Uferorte erleben möchten. Landwirtschaft prägt bis heute den Alltag im Ort, was sich auch an zahlreichen Hofläden mit regionalem Obst ablesen lässt. Zur Gemeinde gehören neben dem Hauptort mehrere kleine Ortsteile wie Bitzenhofen, Hefigkofen, Unterteuringen, Neuhaus, Rammetshofen, Bibruck und Vittenhag, die über die hügelige Landschaft verstreut liegen und dem Gemeindegebiet einen kleinteiligen, dörflichen Charakter verleihen.
Bildquelle: Foto: Dietrich Krieger, „Oberteuringen-DSC 3463“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0, Ausschnitt)
Die katholische Pfarrkirche St. Martin und die evangelische Kirche prägen das Ortsbild des Hauptorts. Besonders sehenswert ist das Kulturhaus Mühle, das seit seiner Eröffnung 2002 in einer rund 500 Jahre alten Mühle Ausstellungen, Konzerte und Veranstaltungen beherbergt und damit zu einem kulturellen Treffpunkt weit über die Gemeindegrenzen hinaus geworden ist. Naturfreunde finden zudem in den beiden Naturschutzgebieten Altweiherwiese und Hepbacher-Leimbacher Ried, die teilweise auf Gemeindegebiet liegen, wertvolle Feuchtbiotope mit seltenen Pflanzen- und Tierarten.
Von Oberteuringen aus sind sowohl der Bodensee als auch die nahe Stadt Ravensburg mit ihrer historischen Altstadt in kurzer Zeit erreichbar, sodass sich ein Aufenthalt hier gut mit Ausflügen in beide Richtungen verbinden lässt. Mehrere Radrouten führen durch die Obstplantagen und laden zu gemütlichen Touren durch die Streuobstlandschaft ein. Bis 1964 verband eine Eisenbahnlinie, die 1922 eröffnet worden war, den Ort mit Friedrichshafen — heute lässt sich die stillgelegte Trasse streckenweise noch im Landschaftsbild erahnen. Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, findet in der sanft hügeligen Umgebung zahlreiche Feldwege, die sich gut mit einem Abstecher zu einem der Hofläden verbinden lassen.
Die ruhige, ländliche Lage macht Oberteuringen mit seinen rund 5.000 Einwohnern zu einem angenehmen Rückzugsort, von dem aus sich sowohl Seeurlaub als auch Städtetrips gut planen lassen. Wer die Region abseits der belebten Uferpromenaden kennenlernen möchte, findet hier ein authentisches Stück der landwirtschaftlich geprägten Bodenseeregion, wie sie abseits der touristischen Zentren noch vielerorts anzutreffen ist. Ein reges Vereinsleben, darunter ein seit 1832 bestehender Musikverein sowie mehrere Fasnetsvereine, die die schwäbisch-alemannische Fasnet pflegen, prägt bis heute den dörflichen Alltag in Oberteuringen und seinen Ortsteilen.
Die zahlreichen Streuobstwiesen rund um Oberteuringen liefern die Grundlage für regionale Produkte wie Apfelsaft und Most, die unter dem Label „Obst vom Bodensee" vermarktet und in mehreren Hofläden direkt erworben werden können.
Im Frühling verwandelt die Apfelblüte die Landschaft in ein Blütenmeer, während der Herbst mit der Obsternte eine ebenso reizvolle Zeit für einen Besuch darstellt.
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