Die Schweizer Grenzstadt am Nordufer des Bodensees ist mit dem deutschen Konstanz so eng zusammengewachsen, dass die Grenze mitten durch die Stadt verläuft, ohne im Straßenbild groß aufzufallen — ein ungewöhnliches, aber sehr lebendiges Nebeneinander zweier Länder und Kulturen im Kanton Thurgau.
1125 gründete der Konstanzer Bischof Ulrich I. von Kyburg-Dillingen das Augustiner-Chorherrenstift „crucelin", aus dessen Namen sich später die Bezeichnung Kreuzlingen entwickelte. Nach der Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg wurde das Kloster 1650 an seinem heutigen Standort neu errichtet, bevor es 1848 im Zuge der Säkularisation aufgehoben und zu einem Lehrerseminar umgenutzt wurde. Seit 1874 ist Kreuzlingen Bezirkshauptort anstelle des bisherigen Hauptorts Gottlieben, das eigentliche Stadtrecht erhielt der Ort jedoch erst 1947, im selben Jahr, in dem die 10.000. Einwohnerin der Stadt gezählt wurde.
Die barocke Klosterkirche St. Ulrich und St. Afra aus dem 17./18. Jahrhundert mit ihrer reich ausgestatteten Ölbergkapelle von 1760 erinnert bis heute an die einstige Bedeutung des Augustinerchorherrenstifts. Der Seeburgpark direkt am Ufer besticht mit seiner mediterran anmutenden Bepflanzung aus Palmen und exotischen Gehölzen und beherbergt zugleich das 1598 erbaute Schloss Seeburg, das nach Jahren als Lehrerseminar seit 1958 der Stadt gehört. Insgesamt zählt das Kreuzlinger Gemeindegebiet mehrere weitere Schlösser und Herrensitze, die von der wohlhabenden Vergangenheit der Region zeugen, darunter das 1790 erbaute Schloss Girsberg, das über die Familie eng mit dem späteren Zeppelin-Erfinder Ferdinand Graf von Zeppelin verbunden war.
Bildquelle: Foto: Joachim Kohler, „Hauptstrasse in Kreuzlingen (2018)“ auf Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0, Ausschnitt)
Weltweite Bekanntheit erlangte Kreuzlingen durch das Sanatorium Bellevue, eine von 1857 bis 1980 über vier Generationen von der Familie Binswanger geleitete psychiatrische Privatklinik. Unter Ludwig Binswanger, einem Freund Sigmund Freuds, behandelte das Haus Patienten aus dem europäischen Adel und dem Kulturleben, darunter den Tänzer Vaslav Nijinsky, den Schauspieler Gustaf Gründgens und den Maler Ernst Ludwig Kirchner, der während seines Aufenthalts zahlreiche Holzschnitte schuf. Diese Geschichte machte Kreuzlingen zu einem wichtigen Kapitel der Psychiatriegeschichte des 20. Jahrhunderts.
Zu den größten Arbeitgebern der Stadt zählen der Fahrzeughersteller General Dynamics European Land Systems – Mowag sowie der Verpackungshersteller Amcor Flexibles, daneben prägen auch die Bekleidungsmarke Strellson und die Schokoladenmanufaktur Chocolat Bernrain den Wirtschaftsstandort. Als Bildungsstandort ist Kreuzlingen Sitz der Pädagogischen Hochschule Thurgau, die aus dem historischen Lehrerseminar im Schloss Seeburg hervorgegangen ist, sowie seit 2002 eines Planetariums, des zweiten seiner Art in der Schweiz. Zusammen mit Konstanz bildet Kreuzlingen eine Agglomeration von rund 130.000 Einwohnern, was die enge wirtschaftliche und gesellschaftliche Verflechtung der beiden Grenzstädte unterstreicht.
Die ruhige Uferpromenade bietet immer wieder schöne Ausblicke auf den See und die Schweizer Alpen und lässt sich problemlos bis nach Konstanz hinein spazieren. Auch der Bodensee-Radweg führt direkt durch Kreuzlingen, sodass sich die Stadt gut mit den Nachbarorten auf beiden Seiten der Grenze verbinden lässt. Wer es lieber kulturell mag, findet im Seemuseum, im Museum Rosenegg und im Puppenmuseum weitere Ausflugsziele in der Stadt.
Dank der unmittelbaren Nachbarschaft zu Konstanz lassen sich bei einem Aufenthalt in Kreuzlingen ganz nebenbei zwei Länder und zwei unterschiedliche Stadtkulturen erleben. Mit rund 23.000 Einwohnern ist Kreuzlingen die größte Schweizer Stadt am Bodensee, wobei ein außergewöhnlich hoher Ausländeranteil die enge Verflechtung mit dem benachbarten Konstanz widerspiegelt. Jedes Jahr am zweiten August-Wochenende feiern beide Städte gemeinsam das Seenachtfest mit einem großen Feuerwerk über dem See.
Sowohl Schweizer als auch deutsche kulinarische Einflüsse prägen die Gastronomie der Grenzstadt — ein Spaziergang durch die Innenstadt führt an zahlreichen Cafés und Restaurants beider Länder vorbei, und wer möchte, kann binnen weniger Schritte von Schweizer Franken auf Euro und von Rösti auf Spätzle wechseln.
Von Frühling bis Herbst lässt sich der Seeburgpark mit seiner mediterranen Bepflanzung besonders gut genießen, während die Nähe zu Konstanz das ganze Jahr über für ein abwechslungsreiches Stadterlebnis sorgt. Im August lohnt sich ein Besuch rund um das Seenachtfest, wenn beide Grenzstädte gemeinsam feiern.
Alle Ferienwohnungen in Kreuzlingen ansehen →
Alle Unterkünfte in Kreuzlingen ansehen →
In Kreuzlingen finden Sie Ferienwohnungen. Sie buchen jeweils direkt beim Vermieter.
Nein. Das Gastgeberverzeichnis Bodensee vermittelt ohne Provision und ohne Buchungsgebühr: Sie fragen direkt beim Vermieter an.