Als größte Stadt am Bodensee und einzige, die auf beiden Seiten des Sees liegt, ist Konstanz ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge in die gesamte Region — die Schweizer Grenze verläuft mitten durch die zusammengewachsene Doppelstadt mit dem benachbarten Kreuzlingen, streckenweise sogar zwischen einzelnen Häusern und Straßenseiten.
Um das Jahr 300 errichteten die Römer am Bodensee das spätrömische Kastell Constantia als Grenzbefestigung gegen die Alamannen; Reste der mächtigen Anlage mit Mauer und einem achteckigen Zwischenturm aus dem frühen 4. Jahrhundert wurden 2003/04 am Münsterplatz ausgegraben. Um 585 verlegte Bischof Maximus seinen Sitz nach Konstanz, das damit über viele Jahrhunderte Bischofsstadt war. 1192/1213 stieg die Stadt zur Reichsstadt auf, und 1295 erwarb sie das Münzrecht.
Weltgeschichte schrieb Konstanz zu Beginn des 15. Jahrhunderts: Das Konzil von Konstanz machte die Stadt zwischen 1414 und 1418 für vier Jahre lang zum Zentrum der abendländischen Kirche, als Kirchenfürsten, Gelehrte und Adelige aus ganz Europa hier zusammenkamen. Der böhmische Reformator Jan Hus wurde während des Konzils als Ketzer verurteilt und am 6. Juli 1415 auf dem Scheiterhaufen verbrannt, seine Asche in den Rhein gestreut. Am 11. November 1417 wählten die Konzilsteilnehmer in Konstanz mit Martin V. einen neuen Papst — die einzige Papstwahl, die je nördlich der Alpen stattfand, und das Ereignis, das das jahrzehntelange Abendländische Schisma beendete.
Das gotische Konstanzer Münster, in dem wesentliche Teile des Konzils stattfanden, sowie die gut erhaltene Altstadt mit ihren gepflasterten Gassen und historischen Bürgerhäusern erinnern bis heute an diese bedeutende Epoche. Das 1388 errichtete Konzilgebäude am Hafen, einst Warenlager und Ort der Papstwahl, steht noch immer und wird heute für Veranstaltungen genutzt. Am Hafen grüßt zudem die moderne Imperia-Statue augenzwinkernd alle ankommenden Fähren und Schiffe — eine Erinnerung an das Konzil und seine weltlichen Begleiterscheinungen. Der Rheintorturm mit seinem Fasnachtsmuseum sowie der Seerhein, wo der Bodensee in den Rhein übergeht, liegen nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
Nach ihrer Niederlage im Schmalkaldischen Krieg musste die Stadt am 13. September 1548 kapitulieren und verlor ihre Reichsfreiheit an Österreich, zu dem sie bis 1806 gehörte. Danach fiel Konstanz an das Großherzogtum Baden. Der 1863 hergestellte Eisenbahnanschluss brachte der Stadt einen spürbaren wirtschaftlichen Aufschwung.
1966 wurde die Universität Konstanz als Reformuniversität gegründet; sie zählt seit 2007 durchgehend zu den in der Exzellenzinitiative und Exzellenzstrategie des Bundes geförderten Universitäten und gehört damit zu den forschungsstärksten Hochschulen Deutschlands. Daneben ist mit der Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung eine zweite Hochschule in der Stadt beheimatet. Beide prägen das junge, urbane Flair, das sich mit dem historischen Stadtbild von rund 87.000 Einwohnern verbindet.
Die badische Küche mit frischem Bodensee-Fisch, allen voran den Felchen, prägt viele Restaurants der Altstadt, ergänzt durch eine lebendige Café- und Bar-Szene, die von der jungen Universitätsbevölkerung mitgeprägt wird.
Von Konstanz aus lassen sich zahlreiche Ausflugsziele bequem mit dem Schiff erreichen: die Blumeninsel Mainau, das Kloster auf der Insel Reichenau sowie zahlreiche weitere Uferorte auf deutscher und Schweizer Seite. Auch das Schweizer Kreuzlingen lässt sich zu Fuß erkunden, ohne dass die Grenze im Alltag groß auffällt, und die Rheinfälle bei Schaffhausen sind von hier aus in kurzer Zeit erreichbar.
Seit dem 30. September 1928 verkehrt vom Konstanzer Stadtteil Staad aus die Autofähre nach Meersburg, die älteste Binnensee-Autofähre Europas. Bis heute betreiben die Stadtwerke Konstanz die Verbindung mit einer Flotte von sechs Fährschiffen, die nahezu täglich im Einsatz sind und Konstanz mit dem nördlichen Bodenseeufer verbinden, ohne den weiten Weg um den See fahren zu müssen.
Als größte Stadt am See verfügt Konstanz über die beste Infrastruktur der Region: Bahnanschluss, Fährverbindungen und ein dichtes Busnetz machen die Stadt zu einem praktischen Standort auch ohne eigenes Auto. Mit rund 946 Millimetern Niederschlag im Jahr zählt Konstanz zwar zu den regenreicheren Städten Deutschlands, gehört dank des milden Bodenseeklimas aber dennoch zu den sonnenreichsten.
Blick über die Dächer der Konstanzer Altstadt auf den Bahnhof, den Hafen und den Seerhein.
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